Goldener Boden

Quantensprung – ein Zukunftsszenario

Thomas Krüßmann, Enttechnisiert Euch,

Immenser technischer Ausstattung, der heutigen Gebäude für gewerbliche und wohnwirtschaftliche Nutzung und auch den selbstgenutzten Einfamilienhäusern, stehen, in diesem Zukunftsszenario, ein schrumpfendes Heer an Handwerkern gegenüber. Die Preise für Handwerksleistungen werden also hoch gehen. Fachleute schätzen die zukünftigen Tagessätze von qualifizierten, gut ausgebildeten Handwerksbetrieben auf ca. 1.600 – 2.400€ , also Stundenlöhne zwischen 200 und 300€.

Das lassen wir uns nun einmal auf der Zunge zergehen.

Ein glücklicher Mensch also, der zu diesem Zeitpunkt ein enttechnisiertes, CO2 minimiertes und sich selbst versorgendes und wartendes Gebäude hat und in einem autonom fahrenden und sich selbst versorgenden Fahrzeug seiner Wege fahren kann.

Selbstversorgung

Nehmen wir mal an, wir leben tatsächlich in so einem enttechnisierten Gebäude.

Also ohne

  • den klassische Wärmeerzeuger (Brenner)
  • die Wasser führende Fußbodenheizung (Rohre)
  • die Heizkörper (Radiatoren)
  • die Warmwasserboiler
  • die Warmwasserleitung (das Rohr neben dem Rohr)
  • die Zirkulationsleitung
  • die zentrale Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung
  • die konventionelle Beleuchtung
  • die Bus Anlage die alles steuert

Dann haben wir auch sehr viel weniger anfällige Technik (ich verallgemeinere das mal unter diesem Begriff), die gewartet und ersetzt werden muss. In einigen Bereichen können wir heutzutage bereits von der dritten Miete sprechen, die durch die Wartung, Pflege und Ersatzbeschaffung dieser Technik verursacht wird.

Wartungs- und Pflegeaufgaben werden bleiben

Selbstverständlich werden wir unser Eigentum bzw. unsere Investition weiter warten und pflegen wollen. Das ist garantiert nicht nur eine Frage der Werterhaltung. Allerdings wird diese bei weitem nicht mehr so teuer! Und einen seltenen Termin, meistbietend, beim Lieblingsklempner ersteigern zu müssen, werden wir uns dann nicht antun müssen.

Keine Vision sondern baldige Realität?

Wenn ich mal einen Wartungs- und Pflege-Roboter haben werde, wird er Sméagol heißen. Den Namen meines Schweinehundes?! Ja, den Namen meines Schweinehundes. Höchste Zeit den Spieß umzudrehen!

Aber im Ernst:

Was ist ein Wartungs- und Pflegeroboter? Na! Wie der Name schon sagt. Da es sie nicht mehr gibt, in unserem autarken Gebäude, wird in Zukunft also niemand mehr einen Heizungs-Brenner austauschen müssen, oder Druckbehälter oder Öl-, Wasser-, Kreislaufpumpen… usw. geschweige denn einer ganzen Heizung oder Wärmepumpe bez. BHKW. Denn geheizt wird in der Zukunft ja auch intelligent und nicht wie im damaligen Neandertal.

Dennoch wird es Aufgaben geben, die erledigt werden müssen. Die Fotovoltaik Module müssen gereinigt werden, irgendwo ist ein kleiner Bug im Bus und überhaupt muss die verbliebene Elektronik im Haus auf tadellose Funktion und Angriffe von Außen überwacht werden. Und natürlich gibt es auch noch menschliche Bedrohungen wie Einbrecher und ähnliche Zeitgenossen. Von den alltäglichen Haushalts- und Gartenarbeiten ganz zu schweigen.

Dafür habe ich persönlich dann meinen Sméagol, meine KI in Form eines Androiden, eines autonomen Roboter oder humanoider Maschine. Wie wollen wir ihn/es nennen. Für mich wäre es eine Sie. Natürlich. Ich unterhalte mich mit meiner  Ausstattung ja auch mit Siri weiblich und nicht mit Siri männlich. (Einer Maschine Wesenszüge zuordnen? Natürlich, machen wir doch schon lange! Wie heißt dein Auto?)

Seit ich den Zukunftsfilm „ExMachina“ geschaut habe, habe ich rein optisch, von meiner persönlichen KI genaue Vorstellungen. Freunde von mir stellen sich eine KI ähnlich wie ein Transformer vor, die als unscheinbarer Einrichtungsgegenstand in der Ecke steht und bei Bedarf zu seiner Entfaltung gelangt. Eines ist aber klar bei aller Träumerei die dieses Thema bereithält:

Die KI soll Aufgaben erledigen!

Und damit sind wir wieder beim Thema: nämlich genau diese, oben aufgezählten Aufgaben, die sonst eigene Kapazitäten gebunden haben bzw. teuer eingekauft werden mussten. Laut diesem Szenario, in der Zukunft, sogar noch viel teurer eingekauft werden müssen. Es geht um

  • Die Reinigung der PV-Anlage
  • Elektronik überwachen
  • Bestellungen machen
  • Haus und Fenster putzen
  • E-Auto warten, waschen und reparieren
  • Haustechnik warten und reparieren
  • Gartenarbeit erledigen
  • Das Haus gegen jegliche Form von Angriffen schützen und bei Gefahr eingreifen und Hilfe rufen.

Und natürlich auch

  • Spiel-, Gesprächs-, Pflege- und Unterhaltungspartner sein

Dabei erlernt die KI, im Umgang mit mir, alle meine Wesenszüge, Charaktereigenschaften, Stärken und natürlich Schwächen und stellt sich auf mich, meinen Rythmus und meine Vorlieben ein.

Handwerker werden in diesem Szenario sehr selten und nur dann benötigt, wenn es dem Zukunfts – Stundensatz gebührt. Und das ist auch gut so, denn diese seltenen, sehr gut ausgebildeten Exemplare, sollten in Anspruchsvoller Umgebung ihr Tagwerk verrichten dürfen und werden sicherlich, wie oben beschrieben, für einen normalen Haushalt, für reine Wartungsarbeiten nicht mehr finanzierbar sein.

CC Titelbild: „The Noun Project – Wilson Joseph – AFY Studio“

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