Gemeinsame Zukunft mit einem humanoiden Roboter

Ich habe nun schon in [>einigen Beiträgen erwähnt, ich könnte mir das zusammenleben und eine gemeinsame Zukunft mit einem humanoiden Roboter vorstellen. Ein Vordenken:

Inhalt dieses Beitrages:
•Warum ich mir diese Gedanken macheWann würde ich einen humanoiden Roboter akzeptieren können?Seine Aufgaben ergeben sich aus meinen SchwächenKann ein Roboter „Ecken und Kanten“ haben?Gibt man einem Roboter einen Namen?Wird er ein Gollum oder mein besseres ich?Humor ist, wenn du trotzdem lachstWie menschlich kann ein Roboter werden?Schaffe ich es ihm emotionale Intelligenz beizubringen?Ein Ausblick in die ZukunftDer Weg, den Roboter vor sich haben

Warum diese Überlegung?

Die Entwicklung bei der Technologie rund um die künstliche Intelligenz (KI) ist rasend schnell. Tesla, Google, Apple und noch einige andere Technologiekonzerne arbeiten an autonomen Fahrzeugen, die ihre Umgebung wahrnehmen und auf sie reagieren können. Dann ist es doch eigentlich nur noch ein kleiner, logischer Schritt diese Möglichkeiten, die ein Fahrzeug bereits heute besitzt, auf humanoide Roboter zu übertragen. An den elektronischen Bauteilen dürften es jedenfalls nicht scheitern die sind ja identisch, wie wir [>HIER schon erfahren haben.

Wann würde ich einen humanoiden Roboter akzeptieren

Nun, das ist sicher nicht so einfach zu beantworten. Das aussehen eines humanoiden Roboters ist mir eigentlich egal. Er kann wie ein ganz normaler Roboter aussehen oder wie ein humanoider Roboter. Allerdings während ich das hier gerade schreibe, fällt mir auf: wann ist der humanoide Roboter eigentlich als „humanoid“ zu bezeichnen? Wenn er vom aussehen her menschlich aussieht oder muss er mit menschlichen Wesenszügen ausgestattet sein?

Wikipedia sagt hierzu: „ein humanoider Roboter ist hoch entwickelt und ist dem [^menschlichen Aussehen nachempfunden.“ Nun gut, diese Frage wäre beantwortet. Es hat also nichts mit unseren Wesenszügen zu tun, sondern es geht rein um das Aussehen. Ok! Also das Aussehen von [^Ex-Machina würde ich mir natürlich schon gefallen lassen.

Ehrlich gesagt, fände ich es auch befremdlich, eine Maschine zu kaufen, die bereits mit menschlichen Wesenszügen ausgestattet wäre. Wessen Wesenszüge wären das wohl?

Vielmehr erwarte ich, dass sich mein persönlicher humanoiden Roboter auf mich einstellt. Lernt, wie ich mich verhalte und mit welchen Wesenszügen ich ausgestattet bin, um diese zu übernehmen und sich darauf einzustellen. Um Spekulationen gleich im keime zu ersticken, ich möchte keinen Klon von mir erschaffen! Mein Robi sollte Ecken und Kanten haben, so wie ich.

Seine Aufgaben ergeben sich aus meinen Schwächen

Allerdings möchte ich nicht über alltägliches diskutieren müssen. Wer welche Aufgabe in dieser Co-Existenz hat, ist von vornherein klar. Mit meinem Auto würde ich auch nicht über die Haushaltsführung diskutieren. Das muss funktionieren. Und eins ist doch wohl klar. Diese von mir so gehaßte Arbeit des putzen, Wäsche machen und sonstiger, für mich Unannehmlichkeiten wie Einkaufen, wäre natürlich seine Aufgabe. Taucht die Frage auf: was verstehe ich bei einer Maschine von „Ecken und Kanten“?

Kann ein Roboter „Ecken und Kanten“ haben?

Bauart bedingt ja! Wenn ich mir einen kantigen Bruder bauen lasse, dann hat er die wohl. Aber das meine ich nicht. Ich meine die „Ecken und Kanten“ die ich einem von mir akzeptierten oder geliebten Menschen zuspreche. Auf dessen Meinung ich wert lege und der nicht immer der gleichen Meinung ist wie ich. Im Leben steht, sein Ding macht und mich so mag, wie ich bin obwohl er mich genau kennt, der nicht alles akzeptiert was ich tue und dennoch gegenüber Dritten zu mir steht. Ein hoher Anspruch? Selbstverständlich! In meinem Leben gibt es solch einen Menschen, deshalb würde ich das Mass bei meinem humanoiden Roboter niemals niedriger ansetzen wollen.

Wird er einen Namen haben?

Mein Assistent am Handgelenk bzw. im Mobile-Phone heißt Siri. Ja, ich glaube auch meinem humanoiden Roboter würde ich einen Namen geben. Auch wenn bei diesem Thema die Frage auftaucht, ob das nicht Vermenschlichung sei, einer Maschine einen Namen zu geben.

Ich glaube, es ist ein liebenswerter, menschlicher Wesenszug, Dingen die uns am Herzen liegen, einen Namen zu geben. Oder, liebe lesende Person, wie heißt dein Auto? Anfangs hatte ich überlegt dem Andro den Namen meines Schweinehundes „Sméagol“ zu geben. Aber Sméagol ist so präsent und auch wichtig für mich geworden, dass ich das nicht tun werde. [>Es kann nur einen Sméagol geben.

Allerdings gibt es einen klaren Trend zu menschlichen Namen für elektronische Geräte (z. B. „Alexa“ oder „Siri“, mein Auto „Babette“) und zu Designs mit menschlichen Merkmalen (subtil mit blinzelnden Augen oder wie beim humanoiden [>Tesla-Bot von Elon Musk mit ganzem Körper).

Also: ein Name ja! Aber ich bin mir noch nicht sicher welchen… es käme auch auf das Erscheinungsbild an.

Wird er ein Gollum oder mein besseres ich?

Den Namen meines Schweinehundes habe ich ja ganz bewusst dem Gollum aus dem Film „Herr der Ringe“ abgeguckt. Der böse Sméagol ergaunerte den Ring von seinem Vetter Déagol, brachte diesen sogar deswegen um sein Leben. Aber der Ring veränderte Sméagol, mit dem Ergebnis, daß er alles verlor, verstoßen wurde und zu einer häßlichen Fratze mutierte. Fortan musste er als Glollum sein Leben fristen.

In jedem von uns herrscht ein Gollum. Und ob wir ein freundlicher und ausgeglichener Mensch oder ein Gollum sind, liegt einzig und allein daran, welchen von beiden wir füttern.

Von meinem humanoiden Roboter erwarte ich, dass er sich meinem Verhalten und meinen Wesenszügen nicht nur anpasst und sie annimmt, sondern auch daraus lernt und in sein eigenes Verhalten mir gegenüber übernimmt. Die Frage die dabei auftaucht ist: kann er differenzieren zwischen dem bösen und dem guten Thomas?

Humor ist, wenn du trotzdem lachst

Ich mag ja den trockenen Humor. Das liegt vielleicht an meiner norddeutschen Seele. Meine Siri, bilde ich mir ein, hat sich schon ganz gut darauf eingestellt. [>Hier zu lesen Wird mein Robi Humor erkennen? Wird er differenzieren können zwischen ernst gemeintem und humorvollem? Wird er selbst Humor haben und ihn auch anwenden?

Wie menschlich kann ein Roboter werden?

Wenn mein Roboter zusätzlich zu den o.g. Punkten nun auch noch Mitgefühl haben oder Kreativität entfalten könnte, würde ihn das „menschlich“ machen und hätte er sich seinen Namen, den ich mir ja noch einfallen lassen muss, dann damit wirklich verdient?

Selbst wenn ich einen Roboter hätte, der meine physischen Bewegungen und Interaktionen nachahmen könnte – könnte er wirklich denken und handeln wie ich? Kreativität und emotionale Intelligenz werden als zwei Dinge angesehen, die von Natur aus menschlich sein sollen… doch sind sie das?

Für Roboter sind schwierige Aufgaben oft leicht, leichte Aufgaben dagegen schwierig. Sie spielen meisterhaft Schach auf höchstem Niveau, haben aber Probleme beim Einräumen einer Spülmaschine. Und obwohl die moderne IT-Terminologie sich stark bei menschlichen Eigenschaften bedient (Computer können sich einen „Virus“ einfangen, CDs „lesen“ und Dateien „schreiben“), sind die Roboter, die aktuell entwickelt werden, noch weit davon entfernt, menschlich zu sein, selbst wenn sie so aussehen wie du und ich.

Forscher arbeiten jedoch daran, diese Lücke zu schließen. Sie versuchen nicht nur, die technischen Fähigkeiten von Robotern zu verbessern, sodass diese Umgebungen besser verarbeiten können – sie erhöhen auch das soziale Potenzial der Roboter.

Schaffen ich es ihm emotionale Intelligenz beizuringen?

Die menschliche Intelligenz stützt sich auf ein komplexes Netzwerk aus Neuronen im Gehirn. Und obwohl immer noch unklar ist, wie genau dort Emotionen und Logik entstehen, will ich versuchen meinem KI-System beizubringen, diese Intelligenz nachzubilden. Nun denn…

Die nächsten Generationen Mensch werden mit KI aufwachsen und die Interaktion mit humanoiden Robotern und digitalen Schnittstellen wird bald Normalität sein. Wenn Roboter über eine gewisse emotionale Intelligenz verfügen, könnte dies die Angst im Umgang mit Robotern lindern.

Jedoch müssen Roboter nicht übermäßig menschenähnlich sein, damit wir uns mit ihnen identifizieren können. Menschen neigen von Natur aus dazu, Roboter zu vermenschlichen und ihnen intelligente Eigenschaften zuzuschreiben, obwohl diese noch gar nicht existieren.

Durch ein Verständnis dafür, wie wir uns in der Nähe von Robotern verhalten, können Forscher Roboter entwickeln, mit denen wir besser klarkommen.

Wie sich die Zukunft gestalten wird

Laut einer [^Studie von Forschern der Universitäten Oxford und Yale wird KI in den nächsten 45 Jahren voraussichtlich alle menschlichen Tätigkeiten und in den nächsten 120 Jahren alle menschlichen Berufe automatisiert haben. Berufe mit berechenbaren und monotonen Aufgaben werden zuerst automatisiert, aber Berufe, die ein hohes Maß an Kreativität und emotionaler Intelligenz erfordern, werden folgen. Ungeachtet der Komplexität, Kreativität oder Fertigkeiten, die bestimmte Berufe beinhalten – die Roboter sind auch hier auf dem Vormarsch.

Es ist und bleibt spannend

Step by step nähern wir uns emotionalen Technologien. Mich schreckt das nicht ab, ganz im Gegenteil.

Der Weg, den Roboter vor ich haben

Jeden Tag werden Roboter fortschrittlicher, komplexer und menschlicher. Es ist wahrscheinlich, dass diese emotional intelligenten, sehr kreativen und zutiefst sozialen Maschinen eines Tages einen Großteil der menschlichen Arbeitskraft ersetzen. Doch nicht in näherer Zukunft.

Derzeit macht es Sinn, sich auf die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zu konzentrieren, um das menschliche Potenzial auszubauen. Ob in Form von sichereren Straßen oder besser vernetzten Gemeinden – diese Technologien werden schon bald tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sein. Anstatt Angst vor der Zukunft mit Robotern zu haben, sollten wir uns besser darauf konzentrieren, wie wir Roboter dafür einsetzen können, die Menschheit zu stärken und unsere Ziele zu erreichen – indem wir kommunizieren, kreativ sind und „rationale Wesen“ bleiben.

CC Titelbild: Butler-Robot – TheNounProject – Samy Menay-Stephen Plaster

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