Normal ist, was alle haben?

Inhalt

Thomas Krüßmann, Health, Immunsystem,

Warum wehrt sich der Körper nicht?

Wenn es um den eigenen Körper geht, und etwas nicht stimmt, dann fragt man sich ja selten, was nicht stimmen könnte. Man findet es nicht komisch sondern man macht ein Gesprächsthema draus und stellt schnell fest: andere haben es auch. Dann ist das wohl normal. Man akzeptiert es und lebt damit.

Und du? Findest du es nicht komisch, wenn:

  • du Karies bekommst?
  • dir dein Zahnfleisch wegschmilzt wie Schnee in der Sonne?
  • du Knieschmerzen, Arthrose oder Rheuma hast?
  • du ständig Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder sonstige Wehwehchen hast?
  • ständig deine Haut juckt?
  • du zu faul bist, um mal mit dem Hund um den Block zu laufen?
  • du vielleicht ständig einen zu hohen Blutzucker-Spiegel (Insulinresistenz) hast?
  • jeder Zweite in Deutschland an verfetteten, kaputten Arterien, also Herzinfarkt und Schlaganfall stirbt?
  • sich dein Körper bei Infekten anscheinend nicht wehrt?
  • sich dein Körper bei Krebs anscheinend nicht wehrt oder wehren kann?
  • du ständig depressiv bist?
  • du dir ständig Viren einfängst?

Der Körper nimmt es scheinbar einfach so hin. Es ist halt so, wir sind nun mal krank. Haben Zipperlein.

War bei mir ja auch so, vor einigen Jahren. Hat mich glatt umgehauen, Ihr habt’s gelesen. Damals war ich völlig fertig, habe mich immer wieder gefragt, warum mir mein Körper das angetan hat, ob ich wirklich mit Mitte 30 schon so ein armes Würstchen bin. Habe gejammert:

Warum hast du dich nicht gewehrt, Körper?!

Dabei hat er es doch getan. Nur nicht so, wie ich es erwartet habe. Er hat eher schallend gelacht und hat gesagt: „Du kriegst, was du verdienst!“ Da wurde mir klar…

…du braucht ein anderes Immunsystem!

Denn bei ganz genauer Betrachtung der Punkte oben, fällt auf: Alles, was da steht, hat auch mit dem Immunsystem zu tun.

Das Immunsystem

  • reguliert über Umwege nicht nur die Funktion vom Energiestoffwechsel
  • kann nicht nur darüber bestimmen ob wir fröhlich oder traurig sind
  • kann nicht nur darüber entscheiden, ob wir ständig ein Bazillenmutterschiff sind
  • bestimmt nicht nur darüber, wie aggressiv wir gegen körpereigenes Gewebe reagieren (jeder hat eine gewisse Autoimmunität),
  • reguliert nicht nur, wie entzündet unsere Arterien sind oder wie gut wir Krebs abwehren …

nein, nein:

das Immunsystem wird auch noch maßgeblich von dir, von dir ganz alleine programmiert. 

Stell dir vor, es gibt im Leben nicht nur die Entzündung, ein übererregtes Immunsystem. Es gibt da auch noch das Gegenteil, das ResolvingDas Abklingen, das bewusste Herbeiführen von Heilung. Das geht natürlich auch vom Immunsystem aus.

  • Wenn man also ein Immunsystem hätte, das auf Resolving aus wäre, dann würde das Zahnfleisch heilen.
  • Vielleicht kann unser Immunsystem sogar noch einstellen, mit welcher Mundflora wir zu tun haben, ob da eher krankmachende Keime oder eher förderliche Keime zu finden sind.
  • Und das Immunsystem würde freilich auch noch regulieren, wie gut diese natürliche Symbiose mit Bakterien und Co., analog zum Darmmikrobiom, funktioniert.

Und im besten Falle macht ein gesundes Immunsystem das nicht nur im Mund, am Zahn, sondern im ganzen Körper. Hätten wir dann noch einen entzündeten Darm? Eine Depression? Einen kaputten Energiestoffwechsel? Entzündete Arterien? Schmerzende Knie? Vermutlich eher nicht.

Tja. Ein großes Geheimnis wird also das Immunsystem sein. Und mittlerweile weiß bald jeder, wo man das Immunsystem besonders einfach und besonders schnell und besonders nachhaltig programmiert: im Darm. Der Hintergrund ist einfach zu verstehen: Geht man das Thema ohne Aberglauben an, könnte man meinen, der Körper würde sich ohne jeglichen Kontakt von Außen – also durch Essen z. B. – schon selbst nahezu ideal einstellen.

Weiter gedacht:

Der Darm ist das Tor zur Welt. Denn nirgends am Körper können Mikroben und Nahrungsbestandteile derart mit unserem Innenleben wechselwirken. Der Darm hat neueren Berechnungen zufolge eine Fläche, die der eines “halben Badminton-Feldes” entspricht. Riesig, wenn man bedenkt, dass körperfremde Partikel, Pathogene und Antigene (Proteinbestandteile aus dem Essen usw.) über die ganze Fläche in Kontakt mit den Schleimhäuten kommen.

Es ist also kein Zufall, dass Forscher und Ärzte mittlerweile allen Ernstes behaupten, dass man “den Darm nicht mehr ignorieren kann, wenn es um die Therapie von Erkrankungen geht”. Das wird so sogar beim NDR gesendet. Dann muss es stimmen…

Anfangen wegzulassen

Im Ernst: Der Zugang zu einem coolen Immunsystem, das effektiv Pathogene bekämpft, aber vor allen Dingen nicht zu aggressiv (uns gegenüber) ist, führt über das Weglassen von gewissen Nahrungsbestandteilen. Das ist ja mittlerweile alles im Internet niedergeschrieben, viele wollen es nur noch nicht glauben und erst recht nicht leben:

  • Paleo Diet
  • Lectin-free Diet
  • Paleo Autoimmune Protocoll
  • Terry Wahls
  • Carnivore Diet
  • uvm.

Die alle haben gemein, dass man kein Weizen mehr isst, kein Getreide im Allgemeinen, keine oder weniger Hülsenfrüchte … und sowieso keine Pommes. Für manche bedeutet es: auch keine Milchprodukte. Und für einen Teil auch: weniger rotes Fleisch.

Ich weiß ja, dass an dieser Stelle immer gemeckert wird und so (“Eh alles Quatsch”). Ich will es nur im Blog stehen haben. Nicht, dass es irgendwann heißt, ich hätte nicht ausführlich genug drüber berichtet – denn für die meisten von uns (Europäern – möchte das hier mal differenzieren) heißt “gesunder Darm” eben nicht nur “mehr Ballaststoffe”, sondern vor allem “weniger Sättigungsbeilagen”.

PS: Hab jetzt mal beispielhaft das Immunsystem rausgepickt. Da der menschliche Körper allerdings ein System ist, sollte klar werden: Wenn er sich nicht “wehrt”, versagt das System als Ganzes. 

Lese Empfehlungen

CC Titelbild: “The Noun Projekt – Juan Pablo Bravo“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.