Qual seit 1977

Ich weiß nicht wie Ihr es Euch merkt. Bei mir hat sich folgende Eselsbrücke festgesetzt: „im Sommer stellen wir die Gartenmöbel vor die Tür und im Winter wieder zurück.“ Soll heißen im Frühjahr wird die Uhr zur Sommerzeit vor gestellt und im Winter zurück. Die Engländer sagen: „Spring forward, fall back.“ Hierbei handelt es sich um ein Wortspiel, weil spring und fall sowohl „springen und fallen“ als auch „Frühling“ und „Herbst“ bedeuten können.

Zeitumstellung ohne Vorteile. Ganz im Gegenteil!

Egal wie, es ist eine seit 1977 eingeführte Qual: die Sommerzeit!

Ich spüre es an mir selbst und ich würde bei einer Befragung zur Absetzung oder Beibehalt dieser Zeitanpassung ganz eindeutig FÜR die Absetzung stimmen!

Vorteile? Eigentlich nicht. Manche glauben, die Einsparungen durch die Zeitumstellung am Abend wird durch den erhöhten Heizverbrauch in den kühlen Morgenstunden kompensiert. Zumal sich die abendliche Beleuchtung in den letzten Jahrzehnten auch grundlegend geändert hat. Wo vor 40 Jahren mit 100 Watt Lampen beleuchtet werden musste, erledigen das heute 15 Watt LED-Lampen.

Andererseits explodieren die Kosten für das Gesundheitssystem durch negative Auswirkungen der 44 Jahre alten Sommerzeit. Britische und deutsche Langzeitstudien ergaben:

  • In der ersten Woche rapider Abfall der Lebenszufriedenheit. Besonders bei Eltern mit kleinen Kindern.
  • Fast 50% der Frauen klagen über Beschwerden im Zusammenhang mit der Zeitumstellung. Bei Männern sind es immerhin ca. 35%.
  • Von den betroffenen Frauen hatten 29% mit Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen zu kämpfen. Von den betroffenen Männern ist es immerhin jeder Fünfte.

Körperliche Gesundheit leidet.

Die DAK kam zu dem Ergebnis, dass ca. 30% der Deutschen leiden. Und zwar an:

  • Schlafproblemen
  • depressiven Verstimmungen
  • mangelnder Konzentrationsfähigkeit
  • anhaltender Erschöpfung
  • Herzleiden (anstieg der Herzinfarktrate in den ersten Wochen nach der Umstellung)
  • Sekundenschlaf
  • langsamere Reaktionen

DIe letzen beiden Punkte sind besonders gefährlich wenn sie einen im Straßenverkehr erwischen.

Besonders beunruhigend: Hochrechnungen zufolge greifen rund 3 Millionen Deutsche zu Schlafmitteln, um die Nebenwirkungen der Sommerzeit besser zu verkraften.

Wegen der Sommerzeit und Zeitumstellung eine Stunde früher ins Bett zu gehen, bringt nichts. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist darauf nicht eingestellt. Der Mini-Jetlag kommt also so oder so. Wenn überhaupt müssten wir unseren Rhythmus mehrere Tage zuvor umstellen. Das birgt aber die Gefahr, dass wir die Folgen der Sommerzeit einfach nur um ein paar Tage vorverlegen.

Es gibt Gesundheitstipps gegen die Auswirkungen der Zeitumstellung:

  • Nach 17 Uhr keinen Kaffee mehr trinken
  • Keinen Mittagsschlaf machen
  • Kein zu helles und warmes Schlafzimmer
  • Abends keinen Alkohol

Aber hey… wie realistisch sind diese Vorschläge? Und was machen die, die die o.g. Punkte ohnehin beherzigen?

Meine Meinung: gar nicht realistisch!

Also 1 bis 2 Wochen Walking Dead auf unseren Straßen. Kann ja auch unterhaltsam sein!

Danke sommerzeitbedingte Zeitumstellung für nichts!

CC Titelbild: „The Noun Project – José Manual de Laá – Robert Bjurshagen“

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