Wie gefährlich ist Fitness?

Thomas Krüßmann, Running und Sport

… für die Rentenversicherung? Kann Fitness vielleicht den frühen Tod verhindern? Und damit die Sozialkassen übermäßig belasten? Sollte man Joggen verbieten? Fragen die mir immer wieder mal durch den Kopf gehen. Ich selbst war ja noch bis vor 10 Jahren immer wieder mit Zipperlein behaftet. Rücken-, Gelenk- und Seelenschmerzen, Bluthochdruck, Ohrensausen und dieser ganze Lifestyle-Kram. Jetzt mit regelmäßigem und diszipliniertem Sportrythmus geht es mir sehr viel besser phantastisch. Und wer weiß, wo ich heute wäre, wenn ich die Kurve nicht kommen hätte.

Aber auch durchaus wesentliche Fragen, die J.A. Laukkanen bereits 2001 präzise beantwortet hat. 

Der hat zunächst ganz zart begonnen, fitte mit weniger fitten Menschen zu vergleichen. Wer stirbt früher? Erwartungsgemäß hatten die untrainierten Menschen ein 276% höheres Risiko, früh zu sterben, verglichen mit den fitten. Und wenn nur Herzinfarkt und Schlaganfall betrachtet wurde, war das Risiko sogar 309% höher. Also doch recht kräftig. Das Ergebnis war so hübsch, dass Laukkanen weiter geforscht hat.

Wie schlimm, so fragte er sich ist

  • Rauchen?
  • Diabetes mellitus?
  • Erhöhter Blutdruck?
  • Erhöhter Bauchumfang? 
  • Schlechte Fitness?

Und kam zu dem abgedruckten Ergebnis. Das Bild ist aus dem vorzüglichen Buch von Professor Dr. Halle „Jung bleiben“, Seite 75.

Fazit: Am schlimmsten ist schlechte Fitness. Für die Diplom-Ingenieure unter uns: VO2 Max unter 28ml pro kg/Min. Fit dagegen hieß VO2 Max über 37ml kg/Min. Also doch ein recht zahmer Wert für Fitness, oder? (Für alle anderen: VO2 max ist die maximale Sauerstoffaufnahme. Diese ist das Maß für maximale Leistungsfähigkeit)

Ein guter Marathon-Läufer, ein guter Sportler hat etwa 60 ml/kg/Min. Lance Armstrong 85, Jan Ullrich 92 ml/kg/Min. Aber nun ja, das war wohl eine andere Story. 

Die Zeichnung von Professor Halle finde ich außerordentlich lehrreich und instruktiv. Zeigt uns, dass am wichtigsten das tägliche Joggen ist. Das tägliche Radfahren. Das tägliche Schwimmen. Der dicke Bauch, und das finde ich persönlich sehr beruhigend, ist dagegen gar nicht so schlimm, wenn wir alt werden wollen. 

Quelle: Arch Intern Med. 2001; 161 (8):825

Ich empfehle ausdrücklich:

CC Titelbild: Running, Skull – The Noun Project – Stephen Borengasser, Denis Sazhin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.