Du bist Biker! Oder lass es!

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, oder: warum der alte Sack sich dann doch noch ein Motorrad gekauft hat

Ich gehöre ja zu der Generation, die bereits im Alter von 15 Jahren auf den Bock steigen durfte. Ok, auf einen kleinen, nannte sich Mokick und fuhr 40 Sachen. (Mit ein bisschen Bastelgeschick 90) 😉 Wie ich bereits auf meiner [>Biker Startseite erwähnte, habe ich mit diesem Schritt, mir damals von der hart ergaunerten Konfi-Kohle meine Zündapp Bergsteiger zu kaufen, sehr viel innere und äußere Freiheit verbunden.

Nun ist die erste Saison mit meiner Honda CBF1000A (meine Dicke) fast vorbei, und ich bin mehr denn je davon überzeugt, den absolut richtigen Schritt gemacht zu haben, den Führerschein A zu machen und mir meine Honda zuzulegen. Saisonnummernschild habe ich zwar nicht, aber die Wetterlage wird sich sicher bald ändern, auch wenn es bei 18°C am 1. November nicht danach aussieht. Ausserdem ist der 31 Dezember nicht weit. 😉

Es gibt Liebe auf den zweiten Blick

Bereits im Juli ´21 habe ich beim Bikedealer meines Vertrauens [^Frank angeklopft, um ihn zu bitten, mir ein passendes Motorrad zu besorgen. Bei Körpergröße 192cm und entsprechendem Gewicht wollte ich nicht aussehen wie Bowser auf dem Schildkrötenpanzer. Und Knickwinkel, Sitzhaltung, usw. müssen auch passen. Ihr wisst schon. Last but not least sollte die Sitzbank perfekt sein. Für mich und, so höret und staunet, für meine Sozia, die ich aber erst später kennenlernen sollte. Wir einigten uns, dass ein Motorrad für mich das richtige wäre, welches folgende Kriterien erfüllt:

  • Es muss groß genug sein.
  • Es muss ein wenig Spaß machen, aber nicht zu viel. Faktisch bin ich ja schließlich Anfänger.
  • Es muss mind. 2 Saisons durchhalten ohne mich als Schrauber zu beanspruchen.
  • Es muss eine gute Ausstattung haben.
  • Es soll den Motorradfahranfänger nicht überbeanspruchen und Fahrfehler verzeihen.

Im Dezember rief Frank mich an und wir hatten folgendes Gespräch: ER “Ich habe eine Maschine für Dich.“ ICH: „Ok, ich komme.“ Ich hatte zu dem Zeitpunkt so gut wie keine Ahnung von Motorrädern, was sollte ich da nachfragen. Aber ich wusste, ich wollte eins haben.

Ich kam, sah und…

..fragte: “Weiß?“

Über Farben hatte ich mir im Vorwege überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich weiß instinktiv, welche ich kategorisch für mein Motorrad ablehnen würde. Grün zum Beispiel oder Gelb. Über Weiß hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Frank antwortet: “Ja. Sonderlack. So kein zweites mal unterwegs. Im Hellen und speziell in der Sonne changiert sie Elfenbeinfarben.“ „Ok, rausschieben“ antwortete ich. Gesagt getan … und tatsächlich … “so was geiles!“ Farbe gebongt.

Frank ist noch ca. 5cm größer als ich. Er sagte: “Ich habe sie für mich eingestellt, fahr los“ „Na klar, in italienischen Eintänzerschuhen und ohne Helm.“ “Egal, bleib auf dem Gelände“

„JA – NEE! Alles klar!“

Gesagt getan:

Passt! Ich habe sofort eine Verbindung zu dieser Maschine gehabt, in diesem Moment war es meine. Alles passte. Das Handling war schon nach wenigen Metern einfach und im Überblick. Ich habe den Kaufvertrag sofort unterschrieben.

Nach einiger Zeit habe ich sie mir hinten noch etwas höher legen lassen. Nicht, weil sie mir persönlich zu klein war, sondern weil wir verhältnismäßig häufig zu zweit fahren und es damit für mich und My Claudi noch bequemer ist.

Biker lieben Gegenwind

Was musste ich mir auf meinem Weg zum Führerschein und speziell zu dieser Maschine alles anhören:

  • In deinem Alter?!
  • Reicht eine 125er nicht?!
  • Hast Du einen Organspenderausweis?
  • Als Anfänger eine 1000er ist doch ein Selbstmordkommando.
  • u.v.m. Scheiß von Nichtwissenden.

Am meisten beeindruckt hat mich folgende Situation: In 2021 wandelte ich nach längerem und freiwilligem Junggesellendasein wieder auf Freiersfüßen. Eine der Damen, die ich kennenlernen wollte, sagte mir allen Ernstes: “Wenn wir uns ineinander verlieben und Du Motorrad fährst, dann wirst Du Dich totfahren. Und dann bin ich wieder allein.“ Diese Dame wird wohl immer noch alleine sein, denn es gibt ja 1000 Gründe für Männer, vorzeitig aus dem Leben zu scheiden, z. B.: Rauchen, trinken, nicht trinken, Sport treiben, [>keinen Sport treiben, [>fett essen, fettfrei essen, zu [>viele Brötchen essen, [>vegane Ernährung, Auto fahren, Bus fahren, in Urlaub fliegen, dem Falschen auf der Straße begegnen, beschnitten sein, nicht beschnitten sein, [>die falschen Politiker wählen, eine Frau, haben die keinen Sex will, eine Frau haben, die zu viel Sex will… usw..usf..!

Na Ja, next!

Heute darf ich mit [>My Claudi ❤️‍🔥 best Wife ever gemeinsam auf dem Motorrad unterwegs sein. Es fügt sich bei Menschen, die im Fluss bleiben, immer alles zum BESTEN!

Reelle Werte

Für mich bedeutet Motorrad fahren, eine innere und äußere Freiheit auszuleben. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Unabhängigkeit und Lebensfreude, Gleichgesinnte und Respekt. Diese Attribute sind mir auch sehr wichtig, darum bin ich im Grunde meines Herzens ein BIKER! [>Schon immer gewesen.

Motorradfahrer sind alles in allem ein wenig individueller und intelligenter als andere. Speziell wenn sie mit Sozius oder Sozia unterwegs sind, leuchten diese Menschen sehr viel heller. Es heißt:

Auf vier Rädern bewegst Du Deinen Körper,
auf zwei Rädern Deine Seele.

Für mich ist da was dran!

Thomas K. - Biker
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