Hast du Hunger oder bist du süchtig?

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Irgendwann begann ich, mir diese Frage aus der Überschrift zu stellen. Ich hatte schon lange nicht mehr das Gefühl, mich vernünftig zu ernähren. Ich aß gefühlsmäßig den ganzen Tag und habe nach wie vor den ganzen Tag „Hunger“ gehabt.

Der Körper braucht Energie, um funktionstüchtig zu bleiben. Echter Hunger ist ein Signal, welches nicht ignoriert werden sollte. Denn ohne die richtigen Nährstoffe wird der Körper langfristig entweder schlapp machen oder er wird zu einer sogenannten Fressattacke gezwungen und die kann maximal Appetit genannt werden.

Fressattacken allerdings sind ein klares Zeichen für einen Entzug den der Körper gerade durchmacht. Häufig verursacht durch die Senkung des Blutzuckerspiegels.

Praktisch: die zwei Marmeladen- und Nutellabrötchen zum Frühstück haben den Zuckerspiegel hochgefahren, (der Stoff ist in der Blutbahn, macht glücklich und gaukelt ein Sättigungsgefühl vor) nun schießt Insulin ein und transportiert Glukose (Blutzucker) ab. Das ganze hält dann ungefähr eine halbe bis 2 Stunden, je nach dem, wie viel Stoff Brötchen dieser Art gegessen wurden. Danach wird neuer Zucker sprich Kohlenhydrate benötigt. Ein trügerisches Signal des Körpers das da lautet: Neuer falsch verstandener „Hunger“ denn es ist ja nur „Appetit“.

Solche Falschernährung über Wochen und Monate getan, führt direkt in die Zuckersucht, auch Kohlenhdratabhängigkeit genannt.

Wie kann man KH-Abhängigkeit beschreiben?

Kohlenhydratabhängigkeit (insb. Zucker/Stärke) ist am ehesten mit einer Drogensucht (wie Kokain oder Nikotin) zu vergleichen, da sie das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert und Dopamin freisetzt. Sie äußert sich in zwanghaftem Verlangen, Kontrollverlust und Entzugserscheinungen.

Wichtige Aspekte der Kohlenhydrat-Sucht

Vergleichbare Mechanismen: Die Sucht nach stark verarbeiteten Lebensmitteln (hoher Zucker-/Fettgehalt) wirkt ähnlich auf das Gehirn wie Drogen, indem sie das Belohnungssystem aktiviert.

Symptome: Betroffene zeigen oft ein suchtähnliches Verhalten, das durch extremes Verlangen (Carb-Craving) und Schwierigkeiten bei der Mengenkontrolle gekennzeichnet ist.

Abgrenzung: Während Tierversuche starke Suchtmechanismen zeigen, ist die Übertragbarkeit auf den Menschen umstritten; sie erfüllt oft nicht die strengen klinischen Kriterien einer klassischen Substanzabhängigkeit, wird jedoch als Esssucht oder verhaltensbasierte Abhängigkeit eingestuft. Meine persönliche Erfahrung ist genau die oben beschriebene verbunden mit ständiger Suche nach Appetit befriedigenden Substanzen, von den Erscheinungen bei der Entwöhnung ganz zu schweigen. Ich habe ja keinerlei Erfahrung mit anderweitigen Drogen, glaube aber heute mitreden zu können wenn jemand im Zusammenhang mit einer Drogenentwöhnung glaubt „einen Affen zu schieben“.

Auslöser: Besonders „schnelle“ Kohlenhydrate lösen Heißhunger aus, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und wieder abfallen lassen, was das Verlangen verstärkt.

Typische Symptome sind Kontrollverlust, Heißhunger und der Konsum trotz negativer Folgen.

Quellen:
[^ÖBSV.at
[^Lowcarb.de

CC Titelbild: food addiction by jumiati from Noun Project (CC BY 3.0)

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